Was kostet eigentlich eine gute Homepage (1)?
Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt und hier habe ich schon mal darüber geschrieben.
Was kostet eine gute Homepage? So eine Frage ist natürlich genial! Was kostet eigentlich ein gutes Auto? Und noch interessanter: was ist eigentlich ein gutes Auto? Ein Kleinwagen? Ein Porsche? Bentley? Rolls Royce? Wer zaubert eine Antwort aus dem Hut?
Da ich immer wieder mitbekomme, dass diese Frage gerade kleinere Unternehmer wohl sehr interessiert, versuche ich mal in einigen Beiträgen eine Antwort darauf zu finden.
Als Vorarbeit sollten wir in jedem Fall mal versuchen zu klären, was denn eine gute Homepage sein könnte (da versteht sicherlich jeder etwas anderes darunter). Möglicherweise ist es auch hilfreich, sich den Aufwand für die Erstellung vor Augen zu führen. Den Aufwand in Stunden kann man dann mit einem fiktiven Stundensatz multiplizieren und kommt so der Sache vielleicht auch näher.
Würde man so allerdings bei einem Luxus-Auto vorgehen, käme man dennoch nicht annähernd auf den entsprechenden Verkaufspreis. Also scheint es da noch ein paar andere Faktoren zu geben und die gibt es teilweise auch bei Homepages. Auch diese schauen wir uns “vorsichtshalber” mal mit an, soweit ich sie kenne.
Was ist eine gute Homepage?
Ich schreibe hier mal die wichtigsten Aspekte auf, die mir einfallen.
- Eine gute Homepage ist standardkonform programmiert und ist somit weitestgehend browserkompatibel und suchmaschinenfreundlich.
Weitestgehend browserkompatibel?
Ja, denn eine Webseite sieht nicht in allen Browsern gleich aus, da die Browserhersteller so ihre kleinen Eigenarten haben, die möglicherweise vom Standard abweichen! Die Programmierung wird dadurch aufwendiger. - Eine gute Homepage basiert auf modernen und sicheren Technologien. Nichts mehr mit Frames, am besten auch kein Tabellenlayout.
Wenn Datenbank- und PHP-basiert, dann sollte die Homepage immer auf dem aktuellen technischen Stand gehalten sein. - Für meine Zielgruppe sehr wichtig: eine gute Homepage sollte auf einer Technologie/Plattform basieren, die es dem Kunden ermöglicht, sehr leicht selbst Änderungen an der Homepage vorzunehmen. Denn nichts ist schlimmer als Inhalte, die entweder veraltet sind oder sonst wie Unschönheiten haben.
Also hat eine gute Homepage für mich aus Kundensicht keine statischen Seiten. - Ebenfalls eine wichtige Erfahrung für mich: das Umziehen von einem Provider zu einem anderen sollte einfach sein, es sollten also keine ultraspeziellen Anforderungen an die technische Ausstattung eines Providers bestehen, die vom durchschnittlichen Providerstandard abweichen.
- Die Performance-Anforderungen an den Server sollten ebenfalls “normal” sein. Einen Highend-Server für eine klassische Homepage zu benötigen, ist nicht nach meinem Geschmack.
- Eine gute Homepage bietet für mich einen grosszügigen Service für den Kunden – dieses Kriterium gehört sicherlich nicht im engeren Sinne zu einer guten Homepage und ist für meine Zielgruppe eines der wichtigsten Argumente. Viele so genannten Fachleute unterschätzen die Hilflosigkeit vieler Menschen mit dem Thema IT, Homepage und moderne Technologien.
- Eine gute und leicht aufrufbare Statistik halte ich gerade in Sachen Internet-Marketing für sehr wichtig. Google Analytics und andere “Gross-Versionen” sind sicherlich top, doch wiederum sind damit viele Unternehmer überfordert. Je mehr Fachjargon, desto weniger Akzeptanz. Selbst angeblich einfache Fachbegriffe wie Bounce Rate sagen vielen Homepagebesitzern nichts.
- Druckoptimierte Seiten. Viele Menschen drucken noch immer alles auf Papier aus, was für sie im Internet wichtig ist. Und viele Homepages sehen beim Ausdruck gar grauslich aus. Hier kommt es auf die Zielgruppe und Geschäftsgegenstand des Unternehmers an. Wenn viele “erklärungsbedürftige” Informationen auf der Homepage zur Verfügung gestellt werden, halte ich die Druckoptimierung für wichtig.
- Barrierefreiheit. Auch wieder im Einzelfall zu diskutieren. Es geht darum, ob eine Homepage auch für spezielle Ausgabegeräte geeignet ist, die beispielsweise von Seh- oder Hörbehinderten genutzt werden.
- Spezieller Bereich für Kunden. Manche Unternehmer wollen einem Teil der Homepage eine Art VIP-Charakter geben und bestimmte Informationen nur registrierten Kunden zur Verfügung stellen.
- Und dann noch: schnelle Ladezeiten der Seiten. Da habe ich bisher nicht so stark drauf geachtet und das war ein Fehler. Ich habe auf einer Messe einfach mal Menschen beobachtet, wenn sie an öffentlichen Terminals surfen. Wow – praktisch jede langsame Seite wurde sofort weggeklickt. Und Google will ja auch mehr Wert auf schnelle Ladezeiten legen.
So, das waren einmal einige Aspekte, die mir so spontan einfallen. Viele der Kriterien ziehen einen Mehraufwand an Programmierung nach sich. Die Frage ist also immer: was braucht der Kunde und was will er?
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Mehr im nächsten Beitrag. Für mich ist es interessant, was bei der Beschäftigung mit diesem Thema da so alles noch an Kriterien dazu kommt.
Wenn Ihr Ergänzungen habt, herzlich gerne.
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Hallo Frank,
Dank für den guten Beitrag. Befasse mich für ein neues Projekt seit einiger Zeit sehr intensiv mit CMS und Webmarketing. Gerne würde ich ergänzen. Denn wenn wir die technische Sicht verlassen und die Kundensicht einnehmen möchte ich noch folgendes:
- Ein integriertes Newslettertool (mit Autoresponder, Analyse etc.)
- Eine integrierte Bestellmöglichkeit, bei der ich gleich auch Rechnung/Mahnung etc. erstellen kann (gerne teilweise sogar automatisch).
- Einen kleinen Shop (der auf die gleichen Adressen wie Newsletter zurückgreift – um Doppelspurigkeiten zu vermeiden)
- Ich möchte ein Affiliate-System (Partnerprogramm) integriert haben (das auch wieder auf die zentrale Adress-Datenbank zurückgreift).
- Ich möchte einen richtigen Member-Bereich (Member loggt sich individuell ein und sieht nur „seinen“ Bereich, der nach einem Intervall aktualisiert wird.
- Damit hätte man dann eine Kunden-Geschichte (was hat dieser Kunde alles schon bei mir gemacht? Hat Produkt XY bestellt, Newsletter abonniert, ist zudem Affiliate etc.
Warum gibt es so wenige CMS-Hersteller die immer nur die technische Sicht haben? Heute macht man ja echtes Marketing mit der Website – also kommen diese Anforderungen. Und nein, ich möchte keine „spezielle“ Individual-Programmierung.
Also ein Standard-CMS das dies alles kann. Denn nur so macht es doch wirklich Spass
PS: Ach ja, es gibt ein System, das dies alles kann – möchte hier aber keine Werbung machen
Hat dafür im Moment noch Design-technisch Nachteile – aber da sind die dran…
Aber du schreibst ja richtig: Was braucht der Kunde und was braucht er nicht… Aber viele Trainer bräuchten genau so eine Lösung